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Das Wichtigste aus aller Welt:
1990 Die erste Durchführung einer Männer-Weltliga, eine revolutionäre Neuerung im Mannschaftssport mit einem Preisgeld von 1 Million US-Dollar, mit professioneller Organisation und umfassender "TV-Vermarktung" in einem Reise-Wettbewerb, erreicht alle Ecken der Welt. Der Austragungsmodus der Weltmeisterschaft wurde geändert. Nach der Qualifikationsphase wurde das Turnier mit direkten Ausscheidungsspielen bis zu den Finals um Platz 1 bis 8 fortgesetzt. Italien gewann die erste 1-Million-Dollar-Weltliga in Tokio, Japan, vor einer Kulisse von 10.000 Zuschauern. Italien schlug Brasilien in Rio de Janeiro und war das erste westeuropäische Land, das eine Männerweltmeisterschaft gewann. Die UdSSR gewann den Frauentitel gegen China in Peking. Die Juniorinnen und Junioren der BRD belegen bei den Europameisterschaften die Plätze 2. und 3. Am 9.12. findet in West-Berlin die Vereinigung der beiden deutschen Volleyballverbände statt.
1991 Die erste Auflage der Frauen-Weltmeisterschaft für Klubmannschaften wurde in Brasilien gespielt. Gewinner war Sadia São Paulo. Italien gewinnt zum 2. Mal in Folge die Weltliga mit einem Preisgeld von 2 Millionen Dollar für die Teams. Das Finale in Mailand gegen Kuba wurde vor 12.000 Zuschauern gespielt. Die neue Bundesligasaison wird erstmalig mit Mannschaften aus West und Ost gespielt. Die erste gesamtdeutsche Damenauswahl wird bei den Europameisterschaften 3., die Herren 4.
1992 Barcelona applaudiert dem ersten Olympiasieg von Brasilien (Männer) und Kuba (Frauen). Nach Barcelona wurde die Tie-Break-Regel modifiziert. Beim 16:16 wird das Spiel solange fortgesetzt, bis ein Team einen 2-Punkte-Vorsprung hat. Die Weltliga erhöhte das Preisgeld auf 3 Mill. Dollar, und zum dritten Mal gewann Italien in Genua (9.000 Zuschauer) gegen die Niederlande. Brasilien triumphierte auch bei den Männer-Super-4 und Kuba bei den Frauen. Erste "gesamtdeutsche Meister" werden bei den Damen der USC Münster und bei den Herren der Moerser SC. Erstmalig finden Deutsche Beach-Volleyballmeisterschaften statt. Bei den Frauen gewinnen Beate Paetow/Martina Schwarz, die Herrenkonkurrenz entscheiden Lars Björn Freier/Christian Tiemann für sich.
1993 Die Veranstaltung des Grand Prix mit einem Preisgeld von einer Million Dollar, die Frauen-Version der Weltliga, wurde vollständig in Asien gespielt und von Kuba gegen China gewonnen. Das Weltliga-Finale fand in São Paulo statt, Brasilien gewann den Titel. Während der 101. IOC-Session am 18. September in Monte Carlo wurde Beach-Volleyball in den Sportartenkanon für die Olympischen Spiele 1996 in Atlanta aufgenommen. Debüt für ein anderes Großereignis: Der Großmeistercup (Grand Champion Cup) wird alle vier Jahre in Japan gespielt, bei ungeraden Jahren mit dem Weltcup wechselnd; Teilnehmer werden die Kontinentalmeister sein. Die ersten Goldmedaillengewinner waren Italien (Männer) und Kuba (Frauen). Die deutsche Männer-Nationalmannschaft spielt ein sehr erfolgreiches Jahr: In der Weltliga gelingen ihr sieben Siege, darunter zwei Heimsiege gegen Olympiasieger Brasilien. Bei den Europameisterschaften in Finnland erfüllen die Spieler die Vorgabe von Bundestrainer Igor Prielozny und werden Vierte.
1994 Die 5. Auflage der Weltliga offerierte eine Rekordpreisgeld von 6 Millionen Dollar. Italien gewann das vierte Mal gegen Kuba. Der Weltkongress in Athen stimmte neuen Regelungen zu, die offiziell am 1. Januar 1996 in Kraft traten; wie die Möglichkeit des Ballkontaktes mit jedem Teil des Körpers einschließlich der Füße; der Aufgaberaum wurde auf die gesamte 9m-Feldlinie verbreitert; die Herausnahme des "Doppelschlag"-Fouls bei der ersten Berührung eines Balls, der aus dem gegenerischen Feld kam; und die Erlaubnis, das Netz zufällig zu berühren, wenn der Spieler dabei nicht gleichzeitig versuchte den Ball zu spielen. Italien gewann das 2. Mal in Folge die Männer-Weltmeisterschaft genau wie zuvor die frühere UdSSR. Während der Frauen-Weltmeisterschaft in Brasilien erlebten 26.000 Zuschauer in Belo Horizonte die Spiele, ein neuer Rekord für ein Frauengroßereignis. Später sahen 12.000 Zuschauer in São Paulo Kuba seinen zweiten Weltmeistertitel gewinnen, dieses Mal im Finale gegen Brasilien. Bei den Weltmeisterschaften in Brasilien spielen die deutschen Damen ausgezeichnet und landen nach Siegen u.a. gegen Südkorea, China und die USA auf einem überzeugenden 5. Platz.
1995 Volleyball ist 100 Jahre alt. Das Jubiläum wird in der ganzen Welt gefeiert mit Festlichkeiten, Veranstaltungen, Turnieren, Sonderstempeln und Briefmarken. Die Weltliga wurde wieder Italien zugesprochen. Im Frauen-Grand-Prix ging der Überraschungssieg an die Vereinigten Staaten. Italien gewinnt den Männerweltcup das erste Mal und Kuba gewann den der Frauen das dritte Mal in Folge. In der Welt-Gala schlagen Italiens Männer das Allstar-Team und empfingen aus den Händen von IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch den 100-Jahre-Cup. In diesem Jahr gab es für den deutschen Volleyball zwei Highlights: Zum einen wurden die deutschen Damen bei der Europameisterschaft in Holland Vierte, zum anderen feierte Berlin eine Premiere: Erstmalig fand ein World Tour Event der Beach-Volleyballer auf deutschem Boden statt und wurde zum vollen Erfolg. Hohe Medienpräsenz, guter Zuschauerzuspruch und ein hervorragender fünfter Platz von Jörg Ahmann/Axel Hager verhalfen dem Turnier zu einem vollen Erfolg.
1996 Bei der olympischen Premiere von Beach-Volleyball setzt sich "King" Karch Kiraly endgültig die Krone auf. Der US-Boy siegt mit seinem Partner Kent Steffes und gewann somit insgesamt drei olympische Goldmedaillen (2x Halle, 1x Beach). Bei den Frauen siegen Jackie Silva/Sandra Pires (BRA). Die Frauen-Nationalmannschaft feiert mit einem 3:2 Erfolg über Rußland bei der Olympiaqualifikation in Bremen einen ganz besonderen Triumph: Es war der erste Sieg einer DVV-Frauen-Nationalmannschaft über die übermächtigen Russinnen und bescherte den Damen von Siegfried Köhler zudem die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Atlanta. Dort sprang ein 8. Platz heraus. Beim ersten olympischen Beach-Volleyballturnier schlugen sich die beiden deutschen Teams ebenfalls prächtig: Beate Bühler/Danja Müsch wurden 7., Jörg Ahmann/Axel Hager belegten den 9. Rang.
1997 Beide Nationalmannschaften belegen bei den Europameisterschaften den 9. Rang. Dabei gelingt den Männern in Holland ein historischer 3:2 Sieg über Rußland, der letzte Erfolg gegen die Osteuropäer datierte vom Oktober 1976. Damals schlug die DDR den großen Bruder mit 3:1.
1998 Die FIVB stimmt auf dem Kongress in Tokio für Neuregelungen: Ein bunter Ball, die Rally-Point-Zählweise in allen Sätzen sowie der Libero, ein Spieler, der nur noch auf den hinteren drei Positionen einsetzbar ist, aber das Auswechselkontingent nicht belastet, werden eingeführt. Später folgt noch eine Neuregelung für den Aufschlag - dieser darf jetzt auch die Netzkante berühren. Glückte den deutschen Damen zu Jahresbeginn noch ein überzeugender Turniersieg beim Bremer Turnier, dies bedeutete gleichzeitig die Teilnahme an der WM, so konnten dort die Erwartungen nicht erfüllt werden. Die Mannschaft enttäuschte und unterlag in ihren Vorrundenspielen der Dominikanischen Republik, Rußland und Brasilien. Noch schlimmer stellt sich die Situation bei den deutschen Herren dar: Nach zwei Niederlagen gegen Portugal und dem lediglich fünften Platz in der Gruppe steigt die Mannschaft in die Euroligagruppe B ab und hat erst im Jahr 2003 wieder die Möglichkeit an einer internationalen Meisterschaft teilzunehmen.
1999 Zu Jahresbeginn präsentiert der DVV zwei neue Bundestrainer: Mit Hee Wan Lee bei den Frauen und Stelian Moculescu bei den Männern soll es wieder aufwärts gehen. Und Moculescu bringt recht schnell Glück: Die CEV, der europäische Volleyball-Verband, reformiert sein Euroliga- und EM-System, so dass die deutsche Mannschaft nicht in die Euroliga B absteigen muss und sich somit für die EM 2001 in der Tschechischen Republik qualifizieren kann. Bei der Universiade Anfang Juli gelingt der deutschen Männermannschaft unter Moculescu ein nicht erhoffter Triumph: ungeschlagen und mit einem 3:1 Sieg über Japan im Finale gewinnen die deutschen Spieler sensantionell die Goldmedaille. Eine völlig unerfahrene, junge Frauen-Nationalmannschaft überzeugt bei der EM in Italien alle Fachleute und wird nach Siegen über Polen und Kroatien sowie Niederlagen gegen Bulgarien, Russland und Italien hervorragender Vierter.
Quelle: FIVB/DVV
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